Schwierigkeiten der Unternehmen in der Besetzung offener Stellen nehmen weiter zu:

Zunehmend klagen Unternehmen in Sachsen-Anhalt über Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden:

  • So konnte im ersten Halbjahr 2014 im Durchschnitt mehr als jeder vierte (26 Prozent) der für Fachkräfte angebotenen Arbeitsplätze  gemäß IAB-Betriebspanel nicht besetzt  werden (zum Vergleich: 2005: 5 Prozent, 2010: 22 Prozent).

  • Die monatlichen Engpassanalysen der Bundesagentur für Arbeit zeigen zudem, dass die sogenannte Vakanzzeit  – also die Zeitspanne ab dem gewünschten Besetzungstermin bis zur Abmeldung der Arbeitsstelle bei der Bundesagentur für Arbeit – weiter angestiegen  ist.
    Während im Jahr 2005 die durchschnittliche Vakanzzeit in Sachsen-Anhalt 27 Tage betrug, lag diese im Jahr 2014 bei 71 Tagen (Deutschland: 81 Tage). Zudem war im Jahr 2014 in Sachsen-Anhalt mehr als jede dritte offene Stelle  (34 %) länger als drei Monate vakant  (2005: 13 %, Deutschland 2014: 35 %).

  • Das ebenfalls in den Engpassanalysen der Bundesagentur für Arbeit ausgewiesene Verhältnis "Arbeitslose je Arbeitsstelle"  gibt einen weiteren Anhaltspunkt zur Einschätzung der allgemeinen Fachkräftesituation im Land:
    Während im Jahr 2007 in Sachsen-Anhalt 100 offenen Arbeitsstellen fast 1.500 Arbeitslose gegenüberstanden (Deutschland: 100 zu 593), hat sich diese Relation bis 2014 deutlich zugunsten der Arbeitskräfte  auf 100 offene Stellen zu 609 Arbeitslosen reduziert  (Deutschland: 100 zu 375).

Die skizzierten Besetzungsschwierigkeiten  können als eine Folge des bereits einsetzenden Bevölkerungsrückgangs  infolge der demografischen Entwicklung gesehen werden.

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Punktuelle Besetzungsschwierigkeiten, aber (noch) kein flächendeckender Fachkräftemangel:

Mit Blick auf konkrete Besetzungsschwierigkeiten in Unternehmen können unter anderem folgende Tendenzen hervorheben werden:

  • Besetzungsschwierigkeiten hängen von den konkreten an die gesuchte Fachkraft gestellten Anforderungen, zum Beispiel mit Blick auf den gesuchten Berufsabschluss oder die Berufserfahrung, ab:
    Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt unter anderem auf, dass sich die Fachkräftesituation deutlich zwischen einzelnen beruflichen Qualifikationen unterscheidet. Am Beispiel: Die Fachkräftesituation in der Altenpflege stellt sich im Grundsatz als angespannter als jene im Bereich der Gebäudetechnik dar. Zudem gilt, dass je spezieller die Qualifikationsanforderungen an die gesuchte Fachkraft sind, desto häufiger beklagen Unternehmen Schwierigkeiten bei entsprechender Besetzung.
  • Besetzungsschwierigkeiten hängen  auch von dem konkreten Unternehmen und der (wahrgenommenen) Attraktivität des Arbeitsplatzes ab:
    So zeigt sich beispielsweise, dass kleine Unternehmen häufiger mit Fachkräfteengpässen konfrontiert sind. Während gemäß IAB-Betriebspanel nur jede fünfte offene Stelle (19 Prozent) in Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten nicht besetzt werden konnte, traf dies für Betriebe mit 10 bis 49 Beschäftigten hingegen auf mehr als jede vierte Stelle (28 Prozent) im 1. Halbjahr 2014 zu. Auch kann davon ausgegangen werden, dass zum Beispiel die (wahrgenommene) Attraktivität einer Branche, eines Unternehmens, des Unternehmenssstandortes sowie die konkrete Ausgestaltung des Arbeitsplatzes Einfluss auf die erfolgreiche Besetzung hat.

Diese Besetzungsschwierigkeiten sind (noch) nicht  mit einem allgemeinen Fachkräftemangel  gleich zu setzen. Noch befindet sich Sachsen-Anhalt in einer Übergangsphase  – vom Überhang an Fachkräften im Land zu einer deutlichen Fachkräfteverknappung.
Damit verbunden ist, dass sich die Beschäftigungschancen für Fachkräfte  im Land Sachsen-Anhalt kontinuierlich weiter verbessern  werden.

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